Dicke Mauern, tiefe Gräben: Die renaissancezeitliche Stadtbefestigung am Königsplatz

Die frühneuzeitliche Stützmauer der Grabenböschung bei ihrer Freilegung am Königsplatz
Die frühneuzeitliche Stützmauer der Grabenböschung bei ihrer Freilegung am Königsplatz

Bei den laufenden Bauarbeiten für die Mobilitätsdrehscheibe wurde am Königsplatz ein eindrucksvolles Relikt der reichsstädtischen Befestigungsanlagen freigelegt.
Die rasche Entwicklung der Feuerwaffen zwang die Stadt Augsburg dazu, im 16. Jahrhundert ihre im Mittelalter gebaute Stadtmauer den neuen Erfordernissen anzupassen. An neuralgischen Punkten errichtete man halbrunde Geschützbastionen von bis zu 50 m Durchmesser. Der Verteidigungsgraben vor der Stadtmauer wurde auf 30 m verbreitert und hatte nun eine Tiefe von 8 m. Zur Stadtmauer hin war die Grabenböschung (Eskarpe) mit einer steilen Stützmauer versehen. Um auch die feldseitige Grabenböschung (Kontereskarpe) möglichst steil und daher schwer überwindbar zu gestalten, befestigte man sie an der Wende zum 17. Jahrhundert im Grabenabschnitt zwischen Gögginger Tor und Rotem Torebenfalls mit einer Stützmauer. Wie die Ausgrabungen zeigten, war diese 1,70 m dicke Backsteinmauer mit einer Neigung von etwa 5 Grad errichtet worden, um den gewaltigen Erdruck abzufangen. Auf der dem Graben abgewandten Seite befanden sich außerdem in regelmäßigen Abständen Stützpfeiler, zwischen denen Tonnengewölbe eingespannt waren.
Ab 1860 wurden die Stadtmauer abgebrochen, die Wallanlagen abgetragen und die Gräben aufgefüllt. Die Fundamente beließ man im Boden, wo sie seither in ungeahnt guter Erhaltung ruhten.

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